Kein Mutterschutz bei Fehlgeburt: Eine überholte Grenze?
Zwei Audiointerviews von Sanna Hätönen
Dauer: 26 min.
Miriam Jakl ist ungeplant schwanger, dann erleidet sie eine Fehlgeburt. Kein Mutterschutz, keine Freistellung, keine Anerkennung. Sie kämpft deshalb für eine Reform. Die Frauen des Österreichischen Gewerkschaftsbunds warnen hingegen, dass das Verschieben der Grenzen neue schaffen könnte. Eine Doppelfolge.
Teil 1: "Mütter müssen geschützt werden"
Miriam Jakl ist 22 Jahre alt, als sie das erste Mal schwanger wird – trotz Spirale. Zu dem Zeitpunkt studiert sie an der FH, um Hebamme zu werden. In der elften Woche kommt es jedoch zu einer Fehlgeburt und Miriam verliert ihr Baby. Es wird zum “Sternenkind.” Seitdem setzt sie sich in den Vereinen „Rechte für Sternchenmamas“ und „Nabhinadi“ dafür ein, dass Frauen nach einer Fehlgeburt in Mutterschutz gehen dürfen.
18.11.2025
"Im Krankenhaus, wo die Fehlgeburt diagnostiziert worden ist, dann hat der Arzt zu mir gesagt, 'naja, Sie sind ja Hebammenstudentin. Sagen Sie mal, wie läuft das jetzt ab?' In dem Moment bin ich Mama und nicht Studentin."
Miriam Jakl
darüber, wie sie von einem Arzt bei der Feststellung der Fehlgeburt behandelt wurde
Teil 2: „Mutterschutz ist nicht die Lösung für alles“
Dorottya Kickinger ist Bundesfrauensekretärin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und beschäftigt sich mit Frauen- und Gleichstellungsfragen. Im Interview erklärt sie, warum eine Ausweitung des Mutterschutzes auf lange Sicht ungewollte Schäden anrichten und neue Grenzen schaffen könnte.
20.11.2025
"Die rechtlichen Konsequenzen bei einer Fehlgeburt zu verändern und dadurch für andere Verläufe, für andere Mütter noch mehr Schwierigkeiten zu machen, ist wahrscheinlich nicht die Lösung."
Dorottya Kickinger
Bundesfrauensekretärin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes